Der beste Tag …

… bisher war mit Sicherheit heute (30.9.).

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Die Türen sind nicht für mich gebaut …

Um zehn Uhr ging es, wie üblich, zum Unterricht am NCC – dieses Mal gekürzt, denn wir hatten eine sehr besondere Einladung. Ein Mönch des Myōshinji-Tempels, mit dem Herr Repp befreundet ist, hatte angeboten uns durch den Tempel zu führen.

Ein besonderes Ereignis, das nicht jeden Tag vorkommt – doch der Tag sollte noch einige Überraschungen mit sich bringen.

Innerer Gebetsraum der Mönche
Innerer Gebetsraum der Mönche

Zunächst wurden wir am Tempel in Empfang genommen und durch den Mönch (dessen Name mir leider entfallen ist) in seinem Privathaus begrüßt. Sein “Privathaus” ist ein Privattempel, der seit gut 400 Jahren im Familienbesitz ist – so lange ist seine Familie ein Mönchsfamilie. Diese Tradition wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Neben der Küche und dem Speisesaal der Mönche, konnten wir auch einen Blick auf den inneren Gebetsraum werfen, der Besuchern eigentlich nicht zugänglich ist. Ein wahres Privileg.

In der Küche kann Reis für bis zu 500 Menschen gleichzeitig gekocht werden
In der Küche kann Reis für bis zu 500 Menschen gleichzeitig gekocht werden

Bei Tempelfesten kann in der Küche für etwa 500 Menschen zugleich Reis gekocht werden. Dazu werde Gemüse, Tofu, Früchte usw. gereicht – im Tempel isst man vegetarisch.

Von hier aus durften wir uns einer Führung anschließen und den mächtigen Drachen bewundern, der an die Decke des Hauptgebäudes gemalt ist.

Sehr interessant war es, den gigantischen Drachen einmal aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Der Stellungswechsel richtet viel aus und das Bild ändert sich. Mal bedrohlich, mal schützend – immer majestätisch. Kein Wunder, dass dieses Deckengemälde jedes Jahr viele Besucher anzieht.

Der mächtige Drache an der Tempeldecke
Der mächtige Drache an der Tempeldecke

Von hier aus ging es weiter zu einer Sauna – im Zen kann scheinbar auch dort meditiert werden. Die Sauna selbst, so wurde uns erklärt, ist eine Art Ahnenverehrung für einen Heerführer. Hier meditiert man schwitzend auf diesen Befehlshaber. Warum genau man damit in seinem persönlichen Streben weiterkommt habe ich aber nicht genau verstanden.

Nach der Führung durch die öffentlichen Teile des Tempels galt es, Herrn Repp zu suchen. Am vereinbarten Treffpunkt war er nicht zu finden. Kurzentschlossen drückten wir die Klingel, was einen Novizen herbei rief. Kurz darauf auch eine Nonne. Wir erklärten, wen wir suchten und wurden in die Quartiere der Mönche eingelassen.

Gruppenfoto mit Genshō Hōzumi-Roshi
Gruppenfoto mit Genshō Hōzumi-Roshi

Hier erlebten wir unsere erste Überraschung – urplötzlich standen wir vor Herrn Repp, dem Mönch und einem älteren Herrn in weiten, goldenen Gewändern. Ein wenig Verunsicherung auf allen Seiten, bis Herr Repp erklärte, wer wir sind – dann begrüßte uns der ältere Herr freundlich, bat uns Stühle an, die der Novize eiligst herbei brachte. Ebenso gab es Gebäck und Tee. Dann folgte die Erklärung: Wir hatten die große Ehre mit einem der wichtigsten und bekanntesten, international agierenden, Zengroßmeister Tee zu trinken. Genshō Hōzumi-Roshi hatte einige freundliche Worte für uns übrig, lachte viel und erzählte von einigen Aufenthalten in Deutschland. Sein Rat für uns beim Abschied: “Be genki” – “Seid gut drauf.”

Bell of Nanbanjin

Nach diesem wirklich tollen Gespräch ging es weiter durch den Tempel.

Im Shunkoin-Tempel, einem Untertempel des Myōshinji zeigte man uns die Bell of Nanbanji - die älteste, christliche Glocke Japans. Diese Glocke wurden von den Jesuiten während der ersten Mission nach Japan gebracht und gehörte zur ersten christlichen Kirche Kyōtos.

Von hier aus wurden wir zur Wohnung – dem Privattempel des Mönchs – geführt. 400 Jahre Familienbesitz sammeln so einige Kunstschätze. Viele Originale hat die japanische Regierung zu Staatseigentum erklärt und durch Reproduktionen ersetzt – die Originale in Museen verbracht.

Handbemalte Wand
Handbemalte Wand

Nach einer ausgiebigen Führung, vorbei an bemalten Papierwänden, einem privaten Gebetsraum und so manchen anderen Dingen, die kaum ein Besucher je zu Gesicht bekommen dürfte, folgte die zweite, große Überraschung des Tage.

Völlig unerwartet standen wir plötzlich in einem großen, mit Tatamimatten ausgelegten Raum. Die Papiertüren geöffnet, mit Blick auf den Garten in der Dämmerung standen hier mehrere Tische zum Rechteck gestellt.

Essen im Tempel
Essen im Tempel

Wir wurden gebeten, Platz zu nehmen – nach einer kurzen Ansprache, die Herr Repp übersetzte und in der wir herzlich willkommen geheißen wurden, aßen wir gemeinsam mit dem Mönch ein wahres Festessen: Sieben Gänge (wenn ich mich nicht verzählt habe) wurden uns serviert – dazu gab es Saft, Bier und Sake. Freundliche, deutsch-japanische Gespräche und jede Menge Speisen zu entdecken, die ich noch nie vorher gegessen habe. Die Kerne des Ginkobaums, Nüsse, Avocadocreme, japanisches Gebäck und vieles mehr.

Während der Teezeremonie
Während der Teezeremonie

Zum Abschluss wurde im Rahmen einer kleinen Teezeremonie grüner Tee gereicht. Die Teezeremonie wird klassischerweise von den Frauen der Mönche geleitet, die dafür ausgebildet sind.

Nach ausgiebigem Dank, vielen freundlichen Worten und einem Abschiedsgruß, ging es mit den Fahrrädern wieder zurück in Richtung Innenstadt.

Kanpai!
Kanpai!

Für mich war hier aber für heute noch nicht Schluss. peter-tvm hatte zum Geocaching-Event GC5BE06 -QTrJ14 part 7 – Kyoto / Okonomiyaki dinner geladen.  Da musste ich natürlich hin und traf auf eine Gruppe von sieben anderen Cachern. Der Abend war rundherum gelungen und hat mir viel Freude gemacht.

Endlich mal Leute kennenlernen, die in Kyoto leben und, die nicht mit der Uni zu tun haben. Dazu eine junge Frau aus Hong Kong, den Gastgeber aus Schweden … wunderbar.

Nach dem Event ging es dann noch gemeinsam zu der ein oder anderen Dose – ein Spaziergang, der nach dem vielen Essen sehr gut tat.

Großer Dank gebührt dem Cacher imadegawa, der mir mit der U-Bahn half und mich letztlich sogar zu sich nach Hause zum Tee einlud und mich dann zum Fahrrad brachte.

Vollgepumpt mit Endorphinen ging es dann zurück gen Betto-Cho.

Sollte es bis hier noch Zweifel gegeben haben, so sind diese für mich dahin. Nach Japan zu gehen war eine gute, eine wichtige und richtige Entscheidung. Ich merke, wie sich mein Blick auf so manche Selbstverständlichkeit daheim verändert und wie man über das ein oder andere ins Grübeln gerät.

Die Zeit in Japan beginnt mich zu berühren und das, soviel ist sicher, ist ein großer Schatz. Bedenkt man, dass ich erst seit zwei Wochen hier bin, dann ist das ein großer Schritt. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass der Interkulturelle und der Interreligiöse Dialog unglaublich wichtig sind, wenn wir unseren eigenen Horizont, sei es weltlich oder geistlich, erweitern wollen.

One night in Gion

Das zweite Wochenende, das erste Mal Gion.

Blick über den Kamo bei Nacht
Blick über den Kamo bei Nacht

Gion, so heißt ein Teil Kyotos Altstadt, der auch als Geisha-Viertel bekannt ist. Von hier aus gelangt man zu vielen Kneipen und … Etablissements, die man als Ausländer nicht betreten darf. Versucht man es doch, erntet man vom Bodyguard vor Tür nur ein freundliches Lächeln und ein Kopfschütteln.

Gion bei Nacht
Gion bei Nacht

Gion sieht so aus, wie man sich Japan aus Filmen vorstellt, dabei aber nicht kitschig, sondern richtig schön. Die Lampions leuchten, aus (teuren) Restaurants dringen durch die Papierwände gedämpfte Gespräche und Lachen. Menschen stehen vor den Lokalen und warten darauf, dass sie hinein gebeten werden, weil ein Tisch frei geworden ist.

Die Atmosphäre ist freundlich – einzig die Touristen stören das klischeehafte, japanische Bild.

Spank me
Spank me

Besonders die engen Gassen haben es mir angetan. Kaum breit genug, dass zwei Menschen aneinander vorbei kommen, findet man hier das, wofür Gion heute eben auch steht: Sex.

In diversen Blogs liest man, dass die Entwicklung Gions zum Rotlichtbezirk vielen Japanern nicht gefällt. Eine gute Beschreibung findet sich in diesem Blogpost: “In the past couple of

Gasse in Gion
Gasse in Gion

years, however, fashion health spas and soaplands, pink salons and all-you-can-cum-in-thirty-minutes blow-job factories have spilled out of the narrow alleys that run between Kiyamachi and Kawaramachi Street – and have taken over many of what used to be bars and restaurants on Kiyamachi itself.”

Schilder, die auf Eintrittsgelder von um die 6000 Yen für 60-90 Minuten hinweisen sieht man häufig.

Betritt man dann wieder die Hauptstraßen, findet man diverse Bars, in denen Ausländer willkommen sind. Die größte Hemmschwelle war es, eines der ehemaligen Wohnhochhäuser zu betreten, in denen sich die Bars befinden. In Japan ist es üblich, dass ehemalige Wohnungen zu Bars werden – ein merkwürdiges Gefühl.

BFF <3 <3 <3
BFF <3 <3 <3

Die dutzenden Automaten, aus denen man Nippes ziehen kann oder, an denen man sich mit seiner besten Freundin fotographieren lassen kann blinken und spielen ihre penetrant hohen Melodien ab. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen, Fotos machen zu lassen.

Geishas haben wir leider keine gesehen. Aber ich bin sicher, dass sich das noch ändern wird. Immerhin wird man sogar aufgefordert, auf Geishas zu achten.

In diesem bunten Gemisch aus Touristen, Bars, Girlclubs, Bodyguards,

Altar in Gion
Altar in Gion

blinkenden Automaten, Fetischsex und Geishas findet sich ein weiterer Beleg für Japans Religionen: Ein kleiner Altar, direkt neben einem Fischrestaurant und einer sehr belebten Kreuzung, an dem Gebetsplatten hängen, Opfergaben niedergelegt – und gebetet wird.

Das Studienprogramm führt uns also auch ins Nachtleben Japans.

Beware of Geisha
Beware of Geisha

In der Bar Jive nahmen wir noch ein letztes Getränk, unterhielten uns kurz mit einigen Japanern und machten uns dann auf den Weg zum Betto-Cho zurück.

Mein Eindruck ist zunehmend, dass Japan eine Gesellschaft ist, der es irgendwie gelingt, den anstrengenden Spagat zwischen Tradition und Moderne zu halten.

Back to school …

Überaus freundlich wurden wir im NCC vom Beirat begrüßt, davon hatte ich bereits berichtet. Dabei ist ein schönes Gruppenfoto entstanden, was uns inmitten des Beirates zeigt, kurz bevor wir gemeinsam zum Essen gegangen sind.

ISJP 2014 Teilnehmer_Innen mit Beirat
ISJP 2014 Teilnehmer_Innen mit Beirat

“Back to school” – so ist es tatsächlich. Nur viel besser. Zwar ist das NCC nicht das modernste Institut, aber die Inhalte, die wir bisher vermittelt bekommen haben, sind großartig.

Die erste Woche beginnt mit einer Einführung in die japanischen Religionen von Martin Repp. Mit ihm haben wir einen international

Ein Oni (Teufel), der den Tempel vor dem Bösen schützt
Ein Oni (Teufel), der den Tempel vor dem Bösen schützt

bekannten und anerkannten Experten für diese Themen als Dozenten und Begleiter vor Ort. Zwar betont Herr Repp immer wieder, dass er vieles “aus dem Stand” doziert und daher nicht auf jede Frage eine Antwort parat habe, aber dennoch: Die Inhalte sind vielfältig und sehr, sehr spannend. Da Herr Repp selbst gut 20 Jahre in Japan gelebt und gearbeitet hat, hat er vielfältige Kontakte vor Ort und kann uns Einblicke organisieren, die man normalerweise wohl kaum bekommen würde.

chinesische Malerei im Eikando Zenrin-Ji
chinesische Malerei im Eikando Zenrin-Ji

Martin Repp ist vor Ort auch unser Betreuer für die Zeit bis Mitte/Ende Oktober. Ohne seine Hilfe an vielen Stellen, wären wir mit Sicherheit immer mal wieder irgendwo hängen geblieben. Das gesamte Team vom NCC ist sehr bemüht um uns und mein Eindruck bisher ist, dass die Dozenten und Professoren (es sind tatsächlich nur Männer) allesamt ausgewiesene und renommierte Experten in ihren Fächern sind. Das war in Deutschland nicht immer so.

Schrein im Eikando Zenrin-Ji
Schrein im Eikando Zenrin-Ji

Bei allen, die am Programm beteiligt sind, merkt man, dass es ihnen eine Herzensangelegenheit ist und sie Freude daran haben, mit den Doitsujin zu arbeiten.

Hinweisen möchte ich noch auf den Blog des NCC, den man hier findet: http://ncc.webdeki-blog.com

Garten im Eikando Zenrin-Ji
Garten im Eikando Zenrin-Ji

Nach Herrn Repps Unterricht am Vormittag, haben wir in den vergangenen Tagen jeweils einen Shinto Schrein und einen buddhistischen Tempel besucht. Im Eikando Zenrin-Ji konnten wir viele Teile besichtigen, die andernorts nicht zugänglich sind.

Der Einkando Zenrin-Ji hat es mir wirklich angetan. Der liegt am Berghang direkt am Wald (Berg und Holz sind Symbole für Leben) und wird seinem Beinamen, Temple of Maple Leaves mehr als gerecht. Die Gärten im des Tempels sind unglaublich – genauso, wie der Ausblick, den man von der Pagode über Kyōto hat.

Kyōtos Berge
Kyōtos Berge

Im Tempel hielten wir uns knapp drei Stunden auf. Der Begriff “Power Spot”, der verwendet wird, um die Orte zu bezeichnen, an denen Schreine oder Tempel errichtet werden ist wirklich treffend.

Die Vorstellung, dass viele dieser Orte bereits seit Jahrhunderten und länger von Menschen als spirituelle Orte genutzt werden berührt mich sehr.

Die Atmosphäre dieser Orte ist unglaublich.

It may
It may

Ich habe zunehmend das Gefühl, dass die Zeit in Japan ein sehr

besonderer Schatz ist, den ich den Rest meines Lebens bewahren werde, was – dank wichtiger Warnhinweise – hoffentlich noch sehr lange ist ;-).

Eine ganze Menge Einladungen

Einladungen gehören in Japan dazu.

Und da wir unsere Zeit hier nutzen wollen, besteht für uns sie Möglichkeit, verschiedene, traditionell japanische, Künste auszuprobieren. Die erste Einladung des Tages führte uns zu Frau Kojima.

Frau Kojima ist Lehrerin für Kalligraphie und ab kommendem Montag beginne ich, bei ihr die Kunst der japanischen Kalligraphie zu lernen.

Tempelmahlzeit

Frau Nishimura, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kenninji Tempelsin Kyoto, hatte uns über Herrn Repp, mit dem sie schon lange bekannt ist, eingeladen, am Temple Meal teilzunehmen.

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Beim Temple Meal

Das Temple Meal findet einmal im Jahr statt (wir vermuten zum Herbstanfang). Bei dieser Veranstaltung dürfen Menschen in den Tempel kommen und gemeinsam mit den Mönchen essen. Das Essen besteht, klassischerweise, aus vegetarischen Speisen und wird auf dem Boden sitzend eingenommen.

Es gab Suppe, Tofu, Reis und Gemüse, dazu dünnen Tee. Das Erlebnis, gemeinsam mit Gläubigen und Mönchen zu essen war beeindruckend. Das Gelände des Kenninji Tempels ist es ebenfalls.

Ein Mönch rezitiert singend die Lehre Buddhas
Ein Mönch rezitiert singend die Lehre Buddhas

Nach dem Essen hatten wir das große Glück, ein Ritual der Mönche und Gläubigen beobachten zu können: Die Rezitierung der Lehre als Gesang, um das Karma zu verbessern.

P1010108Das Geräusch ist mit nichts zu vergleichen, was ich kenne. Interessant ist aber vor allem, dass man bei geschlossenen Augen regelrecht “aufgesogen” wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass man spirituelle Erlebnisse während dieser Form des Ritus haben kann.

Die erste Vorlesung

Nach dem Essen und der Rezitierung im Tempel stand die erste Vorlesung des Semesters an. Im NCC Center waren wir zur Orientation eingeladen: Herr Prof. Doi und Herr Prof. Iwano stellten uns das Studienprogramm vor.

Die erste Vorlesung hielt Prof. Jeffrey Mensendiek, ein Amerikaner, der seit er zwei ist in Japan lebt. Pro. Mensendiek hat das Erdbeben in Fukushima und dessen Auswirkungen am eigenen Leib erfahren, da er in unmittelbarer Nähe lebt. Seine Vorlesung trug den Titel Fukushima – A people broken and torn apart und war überaus interessant. Insbesondere, was seitens der japanischen Regierung verschwiegen wird ist besorgniserregend. Die Entwicklung Japans scheint sich ohnehin von einer echten Demokratie zu entfernen.

Ans Herz legen möchte ich euch den Blog von Prof. Mensendiek, auf dem er aus der Region um Fukushima berichtet.

Nach der Vorlesung waren wir eingeladen, gemeinsam mit dem Beirat des NCC zu essen. In einem Restaurant gab es klassisch japanisches

You are my wonderwaaaaaaaaaaaaaall!
You are my wonderwaaaaaaaaaaaaaall!

Essen, inklusive sitzen auf dem Boden. Der Abend war sehr nett, vor allem die Professoren in eher privater Atmosphäre kennenzulernen hatte seinen Charme.

Da es nach dem Essen noch sehr früh war, entschieden wir uns unseren ersten Gaijin Karaoke Abend zu schmeißen. Als zweifacher Karaokechampion natürlich ein gefundenes Fressen für mich!

Von toten Frauen zum Shinto zum Manga

Erste Erkundung

Die erste Erkundung auf eigene Faust durch Kyoto hat uns durch die, gefühlt, halbe Stadt geführt. Da einige von uns noch Adapter für ihre deutschen Stecker kaufen musste, ging es in Richtung des Bahnhofes – dort sollte es einen großen Elektromarkt geben. Und tatsächlich The Cube ist ein gigantisches Kaufhaus auf sieben Etagen, in dem es in etwa alles gibt, was einen Stecker hat, haben könnte oder jemals einen berührt hat.

Team Betto-Cho Christoph, Ferdinand, Julius und Max
Team Betto-Cho
Christoph, Ferdinand, Julius und Max

Dort angekommen erinnerte ich mich daran, dass mir ein Feuerwehrkamerad, der bereits in Kyoto war, empfohlen hat, im Bahnhof den Skyway zu besuchen. Da wir ohnehin direkt am Bahnhof waren machten wir uns – nach einer Stärkung – zu selbigem auf.

 

A Skywalker I am
A Skywalker I am

Der Skyway ist eine Brücke, die in einer ziemlichen Höhe (80m?) durch den Bahnhof Kyoto führt. Beeindruckend, vor allem weil man eine wunderbare Aussicht über Kyoto hat.

 

Funkelnde Lichter in Kyoto
Funkelnde Lichter in Kyoto
Skygarden
Skygarden
Kyoto bei Nacht
Kyoto bei Nacht

Wunderschön ist auch der Skygarden, ein Garten, der direkt am Skyway auf dem Dach des Bahnhofes liegt. Ein Ort, an den ich skystairssicherlich nochmal zurückkommen werde.

 

 

 

max_skystairsBesonders eindrucksvoll ist auch die Treppe, die zum Skygarden hinauf führt. Sie ist komplett von LEDs durchzogen und hat verschiedene Lichtbilder, die sie darstellt.

skystairs skystairsVom Bahnhof aus ging es durch das nächtliche Kyoto langsam wieder Richtung Unterkunft. In einer Buchhandlung blieben wir stecken und schauten uns um, vor allem um Manga zu finden. Was mich wirklich erstaunt hat ist, dass diverse Klischees einfach wahr sind. In gefühlt einem drittel der Hefte ging es um Vergewaltigung und neben Kunstbänden über Kyoto oder klassisches Kunst finden sich Darstellungen von verstümmelten und misshandelten Frauen.

"Dog"
“Dog”

Das Bild “Dog” ist dabei eine der harmlosesten Darstellungen.

Es erstaunt mich doch, dass diese Darstellungen dermaßen oft vorkommen und offenbar kulturell wirklich fest verankert sind. Bisher hatte ich das für ein Klischee gehalten, was vor allem über das Netz transportiert wird; offensichtlich ein Trugschluss.

 

Nach dem Intermezzo im Buchladen gab es Abendbrot in Form vom veganer Bolognese für das gesamte Team Betto-Cho. Ein schöner Abschluss.

Shinto

Gemeinsam mit Herrn Repp ging es nach einer viel zu kurzen Nacht das erste mal mit fachlicher Begleitung zum Yoshida-Schrein und danach zum 真正極楽寺 (Shinnyo-do Tempel).

Herr Repp erklärt
Herr Repp erklärt

Herr Repp zeigte uns hier, wie verschiedene Rituale ablaufen. Beispielsweise konnten wir alle eine rituelle Reinigung durchführen.

Insgesamt ist das Schreibgelände sehr schön und für mich war es beeindruckend, einmal zu erklärt zu bekommen, was genau die Symboliken eigentlich bedeuten und wie die Riten ablaufen. Da mir auch noch ein Vogel auf die Schulter DSCI0163gekackt hat und Herr Repp erklärte, dass dies ein ZeDSCI0158ichen dafür sei, dass die Götter meiner Anwesenheit zustimmen würden und dies ein Zeichen von Glück sei, bleibt mir nur zu sagen: Wunderbar, dass wir hier waren.

DSCI0147Im Shinnyo-do Tempel konnten wir ein traditionelles Gebet miterleben. Ebenfalls eine Erfahrung für sich. Besonders das “Krach machen” (meistens in Form einer Glocke), damit der Gott aufmerksam wird ist mir als Christ fern.

Der Shinnyo-do Tempel ist kein Shinto-Tempel, sondern ein DSCI0180.geaendertbuddhistischer Tempel. DSCI0198.geaendertDaher gab es hier andere Dinge zu entdecken und beachten.

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Böse Geister wehrt man am Besten mit fiesen Gestalten ab

 

Kyoto International Anime Manga Fair

DSCF2896Ziemlich zufällig hörten wir davon, dass in diesem Wochenende die Kyoto International Anime Manga Fairstattfindet. Was macht man da? Klar: Hinfahren.

Da wir nicht ganz sicher waren, wie genau DSCF2897wir hinkommen, gestaltete sich die Radfahrt zum Messegelände etwas schwierig, vor allem weil es mehrere Veranstaltungsorte gab. So kamenDSCF2908 wir erst kurz vor Schluss bei der Messe an und werden den Sonntag nutzen, um etwas mehr zu sehen.

DSCF2911Glück hatten wir dennoch mit dem späten Eintreffen: Der größte Trubel war vorbei und so konnten wir eine ganze Reihe Fotos machen und einen Button mit unserer eigenen Super Power erstellen.

Und so ende ich für heute mit einem Haufen Fotos :)

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<3

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ようこそ!

  Herzlich willkommen in Japan!

Nach guten 13 Stunden Flug von Hamburg nach Istanbul und von Istanbul nach Osaka war es soweit: Die Füße betraten zum ersten Mal japanischen Boden. Rund 8899km Luftlinie von zu Hause weg – das Abenteuer Japan geht los.

Nach gut zwei Stunden Taxifahrt mit dem “Skytaxi” (leider kein Hoverjet) begrüßte uns Martin Repp vor dem East Asia Mission Student Home in Kyoto.

Herr Repp führte uns dann durch das – für europäische Verhältnisse bescheidene – Haus. Und ging danach mit uns einkaufen. In Japan haben viele Geschäfte 24/7 geöffnet, was mir jedenfalls hier entgegen kam.

Danach gab es ラーメン (Ramen) als Abendbrot in einer kleinen Ramenküche. Fazit: Sehr lecker.Völlig erschlagen gab es danach eine heiße Dusche (endlich!) und dann ging es ab ins Bett. Und ich muss zugeben: In der Dunkelheit, völlig fertig und allein war ich mir nicht mehr sicher, ob die Entscheidung, nach Japan zu gehen, gut war.

Der erste Tag

Nach einem sehr ausführlichen Schlaf holte Herr Repp uns ab. Mit geliehenen Fahrrädern, die wir für die Zeit unseres Aufenthaltes nutzen können zeigte er uns den Tag über diverse wichtige Punkte in Kyoto. So vor allem das NCC Center, wo die Vorlesungen stattfinden werden.

Fahrrad
Easy rider

Außerdem besuchten wir einige 100 Shops, in denen wir zum einen einige Kleinteile für die Fahrräder und Haushaltsutensilien kaufen konnten und außerdem diversen bemerkenswert bekloppten Kram durchstöbern konnten.

How very funny ...
How very funny …

Vor allem die “Funny Glasses” haben es mir angetan. Kein Wunder, dass es Menschen gibt, die Angst vor Clowns haben :>. Nun sitze ich in meinem wirklich ganz guten Zimmer und schreibe diesen Blogbeitrag.

Julius hat eben noch eine japanische Köstlichkeit vorbeigebracht: だんご (Dango)!

Diese kleinen Bällchen sind wirklich unheimlich lecker und ich bin zuversichtlich, dass ich nicht zum letzten Mal davon gekostet habe. Den Rest des Abends werde ich wohl im Internet verbringen. So langsam knallt das Jetlag rein.

Dango
Dango

Morgen geht es dann zu Prof. Doi, dem Direktor des NCC Centers. Darauf bin ich sehr gespannt – er ist der erste Japaner, mit dem wir direkten Kontakt haben werden.

 

Here we go …

Auf diesem Blog werde ich die Eindrücke während meines Aufenthaltes in Japan schildern.

Ab dem 16.9. werde ich regelmäßig Beiträge verfassen und würde mich freuen, wenn der ein oder andere diese liest und evtl. auf kommentiert.

Herzliche Grüße

Max