Eine ganze Menge Einladungen

Einladungen gehören in Japan dazu.

Und da wir unsere Zeit hier nutzen wollen, besteht für uns sie Möglichkeit, verschiedene, traditionell japanische, Künste auszuprobieren. Die erste Einladung des Tages führte uns zu Frau Kojima.

Frau Kojima ist Lehrerin für Kalligraphie und ab kommendem Montag beginne ich, bei ihr die Kunst der japanischen Kalligraphie zu lernen.

Tempelmahlzeit

Frau Nishimura, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kenninji Tempelsin Kyoto, hatte uns über Herrn Repp, mit dem sie schon lange bekannt ist, eingeladen, am Temple Meal teilzunehmen.

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Beim Temple Meal

Das Temple Meal findet einmal im Jahr statt (wir vermuten zum Herbstanfang). Bei dieser Veranstaltung dürfen Menschen in den Tempel kommen und gemeinsam mit den Mönchen essen. Das Essen besteht, klassischerweise, aus vegetarischen Speisen und wird auf dem Boden sitzend eingenommen.

Es gab Suppe, Tofu, Reis und Gemüse, dazu dünnen Tee. Das Erlebnis, gemeinsam mit Gläubigen und Mönchen zu essen war beeindruckend. Das Gelände des Kenninji Tempels ist es ebenfalls.

Ein Mönch rezitiert singend die Lehre Buddhas
Ein Mönch rezitiert singend die Lehre Buddhas

Nach dem Essen hatten wir das große Glück, ein Ritual der Mönche und Gläubigen beobachten zu können: Die Rezitierung der Lehre als Gesang, um das Karma zu verbessern.

P1010108Das Geräusch ist mit nichts zu vergleichen, was ich kenne. Interessant ist aber vor allem, dass man bei geschlossenen Augen regelrecht „aufgesogen“ wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass man spirituelle Erlebnisse während dieser Form des Ritus haben kann.

Die erste Vorlesung

Nach dem Essen und der Rezitierung im Tempel stand die erste Vorlesung des Semesters an. Im NCC Center waren wir zur Orientation eingeladen: Herr Prof. Doi und Herr Prof. Iwano stellten uns das Studienprogramm vor.

Die erste Vorlesung hielt Prof. Jeffrey Mensendiek, ein Amerikaner, der seit er zwei ist in Japan lebt. Pro. Mensendiek hat das Erdbeben in Fukushima und dessen Auswirkungen am eigenen Leib erfahren, da er in unmittelbarer Nähe lebt. Seine Vorlesung trug den Titel Fukushima – A people broken and torn apart und war überaus interessant. Insbesondere, was seitens der japanischen Regierung verschwiegen wird ist besorgniserregend. Die Entwicklung Japans scheint sich ohnehin von einer echten Demokratie zu entfernen.

Ans Herz legen möchte ich euch den Blog von Prof. Mensendiek, auf dem er aus der Region um Fukushima berichtet.

Nach der Vorlesung waren wir eingeladen, gemeinsam mit dem Beirat des NCC zu essen. In einem Restaurant gab es klassisch japanisches

You are my wonderwaaaaaaaaaaaaaall!
You are my wonderwaaaaaaaaaaaaaall!

Essen, inklusive sitzen auf dem Boden. Der Abend war sehr nett, vor allem die Professoren in eher privater Atmosphäre kennenzulernen hatte seinen Charme.

Da es nach dem Essen noch sehr früh war, entschieden wir uns unseren ersten Gaijin Karaoke Abend zu schmeißen. Als zweifacher Karaokechampion natürlich ein gefundenes Fressen für mich!