Viele Kleinigkeiten

Dieser Artikel ist gewissermaßen ein kleiner „Übersichtsartikel“, über diverse Erlebnisse der vergangenen Tage.

Artikel in der AZ Uelzen

In der Allgemeinen Zeitung Uelzen ist Anfang Oktober ein Artikel erschienen, der über meine Zeit in Japan berichtet. Ich habe per eMail ein Interview gegeben.

Allgemeine Zeitung Uelzen, 2. Oktober 2014
Allgemeine Zeitung Uelzen, 2. Oktober 2014 – klicken zum Vergrößern

Kiyomizu-dera

Professor Peter Knecht
Professor Peter Knecht

Professor Knecht ist der Dozent für Folk Religion. Seit mehr als 40 Jahren betreibt er Feldforschung in einem Dorf in Japan – er kann also sehr authentisch berichten. Fieldtrips mit Prof. Knecht sind etwas sehr besonderes, da er sehr lebendig erzählt und sich für nichts zu schade ist.

Der Kiyomizu-dera steht auf gigantischen Stelzen
Der Kiyomizu-dera steht auf gigantischen Stelzen

Der Trip zum Kiyomizu-dera  (Tempel des reinen Wassers) war vor allem interessant, da der Tempel auf riesigen Holzstelzen direkt am Hand eines Tales steht.

In diesem Tal hat man früher die Toten abgelegt und sie dem Lauf der Natur überlassen. Laut Professor Knecht wird es daher auch „Tal der Toten“ genannt.

Am Kiyomizu-dera gibt es auch ein Heiligtum, das einem weiblichen Buddha gewidmet ist. Es handelt sich dabei um einen völlig finsteren, unterirdischen Gang, durch den man sich mit Hilfe eines Seiles an der Wand bewegt. Am Ende des Ganges befindet sich ein Buchstabe in Sanskrit. Man berührt ihn für Kinderwünsche und einfache Geburten. Passenderweise wird dieses Heiligtum „Womb“ genannt.

Jishu Jinja

Famous Love Stone
Famous Love Stone

Der Jishuschrein auf dem Gelände des Kiyomizu-dera hat in Japan eine gewisse Popularität. Seit etwa 1300 Jahren gehen hier junge Menschen hin, um für einen Partner oder eine Partnerin zu bitten.

Im Schrein befinden sich zwei heilige Love Stones in etwa 18m Abstand. Wem es gelingt, mit geschlossenen Augen vom einen zum anderen zu gehen, wird schon bald Glück in der Liebe haben.

七五三-Fest

Bunter Schmuck für das 七五三-Fest
Bunter Schmuck für das 七五三-Fest

Shichi-Go-San (七五三) sind die Kanji für „sieben-fünf-drei“. Am 15. November wird dieses Fest in Japan überall gefeiert: drei und fünf Jahre alte Jungen und drei und sieben Jahre alte Mädchen werden Kimonos zum Schrein gebracht. Es gilt als Fest, bei dem das Heranwachsen der Kinder gefeiert und für selbiges gedankt wird.

Eltern bringen ihre Tochter zum Schrein
Eltern bringen ihre Tochter zum Schrein

Viele Eltern bringen Ende Oktober auch die Kinder zum Schrein, die nicht im entsprechenden Alter sind. Man kann Shichi-Go-San ganz gut als rites de passage bezeichnen. So wird es in Japan wohl auch verstanden. Laut einem unserer Dozenten gilt das Fest in etwa so viel wie die Taufe oder die Erstkommunion.

Meeting a Geisha …

Eine Geisha zu treffen ist nicht so einfach. Zwar gibt es in Gion einige, aber die Unterhalterinnen sind sehr, sehr fotoscheu. Ein Glück, dass wir nett sind und großes Glück hatten. So entstand dieses Foto:

Geisha, Max, Geisha
Geisha, Max, Geisha

Auf’m Amt

Auf'm Amt
Auf’m Amt

Die japanischen Ämter haben den Ruf so voller Bürokratie zu sein, dass sie komplett gelähmt sind. Es versprach also ein interessantes Unterfangen zu werden, die Aufenthaltsgenehmigung verlängern zu lassen.

Wunderbarerweise sprach der Sachbearbeiter im Immigration Office ausgezeichnetes Englisch. 4000 Yen (die man in Form einer Briefmarke zu bezahlen hat – japanische Beamte dürfen kein Geld annehmen) und 20 Minuten später erlaubte man mir per Aufkleber einen Aufenthalt für insgesamt 180 Tage in Japan.

Applaus, Applaus …

Am 30.10. waren wir an der Ryūkoku-Universität eingeladen. Teramoto-sensei, unser Dozent für Buddhist Text reading, ist hier Professor. Er hatte gemeinsam mit anderen Dozenten eine interreligiöse Sondervorlesung organisiert, die von Studierenden der Ryūkoku gestaltet wurde.

Wir waren gewissermaßen besondere Gäste, wurden mit Applaus empfangen und zu unseren Ehren wurde eine Party gefeiert – sehr, sehr nett also.

Was den Abend sehr besonders machte war, dass Priester in der Ausbildung eigens für uns ein buddhistisches Ritual durchführte, bei dem ein Sutra rezitiert wurde. Aus Respekt davor habe ich hiervon keine Fotos gemacht, wohl aber den Gesang und die Musik als Audiodatei aufgezeichnet (was laut Teramoto-sensei in Ordnung ist).

Bei diesen Ritualen kommt man eigentlich als Nichtbuddhist nicht rein – insofern war es eine große Ehre für uns, teilnehmen zu dürfen. Eine Besonderheit im Jōdo-Shinshū ist es, dass die Gemeinde das Sutra mit rezitiert.

Rezitation:

 

Musik: