Frohes neues Jahr

Ein Mönch beim Gebet
Ein Mönch beim Gebet

Ganz ohne Böllern begrüßt man in Japan das neue Jahr. Um Mitternacht hört man nur die 108 Schläge der Tempelglocken, die symbolisch für die 108 Verfehlungen im Buddhismus stehen: Man will sich im neuen Jahr davor schützen.

So sammelt man sich am Tempel und hofft, einen der begehrten Plätze zu ergattern, um die Glocke schlagen zu dürfen: Das ist uns gelungen.

Einsatz für Florian Kyoto!
Einsatz für Florian Kyoto!

Die Idee der Mönche, eine Feuerschale zur Beleuchtung unter der uralten Holzkonstruktion der Glocke zu entfachen erwies sich als – vorsichtig gesagt – weniger gut. Bereits wenige Augenblicke später ertönte das mir wohl bekannte Geräusche einer Brandmeldeanlage. Und so bekam ich dann auch meine Portion Feuerwehr an Silvester.

Die Mönche und die Gläubigen nahmen es mit Humor. Die Feuerwehr auch. Und so wurde kurzerhand eine Klappleiter aufgestellt, der Melder abgeschaltet und die Zeremonie konnte, mit einigen Minuten Verspätung und fröhlichen Mönchen, beginnen.

Das Schlagen der Glocke wird in Gruppen durchgeführt. Familien, Freunde, usw. können sich anstellen und dann gemeinsam die Glocke schlagen. Schon ein bewegender Moment.

Im neuen Jahr angekommen stand der erste Schreinbesuch an. Direkt nach dem Tempel ging es für uns zum Yoshida-Jinja, dem Schrein, zu dem unser Haus gehört. Hier holten sich viele Japaner_Innen die erste Weissagung des Jahres ab.

Eine Familie erhält den Neujahressegen
Eine Familie erhält den Neujahressegen

Im Laufe des Tages sind Kathi und ich heute noch zum Tanuki-Dani gegangen. Im Schneetreiben ging es den Berg hinauf, wo fleißig Autos und Familien gesegnet wurden.

Der Schreinpriester war sehr freundlich und freute sich sichtlich, dass sich zwei Gaijin für das Ritual interessieren. Der Blick über Kyoto, den man von hier normalerweise hat, wurde durch den Schnee leider blockiert. So blieb uns am Tempel nur übrig, uns aufzuwärmen und einigen Ritualen zu zusehen.

Ein schöner Jahreswechsel – ganz anders, sehr still und sehr fröhlich.

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Schreinpriester beim Ritual